Adam - Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere.
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Inhalt
Adam (HUGH DANCY) ist 29.
Ein smarter, gut aussehender, etwas verschlossener New Yorker, der
für einen Spielwarenhersteller Mikrochips entwickelt. Ein Single,
der die Routine und Makkaroni mit Käse liebt - aus der Mikrowelle,
jeden Abend. Adam wohnt in einem großen Apartment und ist erstmals
allein und auf sich gestellt. Denn gerade hat er seinen Vater, der
sich sein Leben lang um ihn kümmerte, beerdigt.
Beth (ROSE BYRNE) ist
Lehrerin an der Vorschule. Eine kluge, attraktive Frau, die nach
einer verletzenden Krisenbeziehung das Leben wiederentdecken will.
Der erste Schritt ist eine neue Wohnung, in die ist sie gerade
eingezogen. Der zweite eine zufällige Begegnung im Haus, die ihre
Neugier weckt.
Im Keller lernt Beth ihren neuen Nachbarn Adam kennen. Einen
stillen, etwas merkwürdigen Mann, der ihr nicht in die Augen
schauen und ganz offensichtlich auch nicht den Kavalier spielen
kann. So trägt sie ihre Tüten eben ohne Hilfe nach oben. Aufmerksam
ist Adam nicht, aber freundlich und redselig, wenn er Beth im Haus
begrüßt. Mit ungewöhnlichen Gesprächseröffnungen wie: "Es gibt neue
Aufnahmen vom Saturn beim Cassini-Projekt".
Als Beth am Abend mit Freunden feiern und Adam dazu einladen will,
reagiert dieser abwartend und verunsichert. Nervös sitzt er danach
in seiner Wohnung, immer die Uhr und die Zeit im Blick. Als Beth
schließlich anklopft und ihn abholen will, verharrt er schweigend,
zieht den Schutz der Einsamkeit dem Unbekannten vor. Stunden später
wartet er auf der Treppe, bis Beth nach Hause kommt. Er
entschuldigt sich und zeigt ihr in seinem kleinen improvisierten
Planetarium, das die Milchstraße in sein Apartment zaubert, die
Sterne.
Beim Lunch auf einer Parkbank teilt er Harlan (FRANKIE FAISON) die Neuigkeiten mit.
Vor allem aus dem Sonnensystem, über das Adam, Astronom aus
Leidenschaft, ohne Punkt und Komma dozieren kann. Doch Harlan, der
Adams Vater und Adam selbst immer ein Freund gewesen ist, besteht
auf Männergespräche. Denn diese und nicht naturwissenschaftliche
Vorträge sind üblich zum Lunch. So beginnt Adam von Beth zu
erzählen, die für ihn längst mehr als nur eine Nachbarin ist. Am
Abend wird er ihr das auch zeigen, wie auch das andere New York und
seine besondere Magie. Im Park, wo sich Nacht für Nacht zwei
Waschbären durch die Blätter wühlen. An der gleichen Stelle, immer
gemeinsam und vertraut, obwohl sie eigentlich nicht hierher
gehören. Beth ist beeindruckt und sichtbar berührt.
Der nächste Tag beginnt für sie mit einem Lächeln, doch für Adam
mit einer Hiobsbotschaft. Sein Chef (MARK LINN-BAKER) feuert ihn. Nicht weil
er schlecht, sondern zu gut und damit zu kostenaufwendig gearbeitet
hat. Noch stärker als sonst versteht Adam die Welt nicht mehr.
Niedergeschlagen geht er zu einem Kindergarten, um die spielenden
Kleinen zu beobachten, in deren Unschuld er sich irgendwie
wiedererkennt. Doch erneut geschieht für ihn Unbegreifliches.
Polizisten stellen ihn zur Rede, wollen ihn aufs Revier mitnehmen
und lassen ihn erst gehen, als Beth, die hier unterrichtet, Adam zu
Hilfe kommt. Der ganze Tag ist für Adam ein einziges Rätsel - und
der Abend schließlich auch. Unerwartet direkt fragt er Beth, ob sie
vergangene Nacht auf der Parkbank sexuell so erregt war wie er.
Beth ist geschockt, doch als sie die Türklinke schon in der Hand
hat, holt Adam sie zurück, erklärt ihr, warum er so ist wie er ist.
Warum er nicht lügen und sich nicht verstellen, warum er Verhalten
und Emotionen anderer nicht deuten, warum er soziale Regeln und
Konventionen nicht verstehen kann. Adam hat das Asperger-Syndrom,
eine leichte Form von Autismus.
Jetzt, wo sie seine merkwürdigen Ticks einordnen kann, entwickelt
Beth noch größeres Vertrauen zu Adam, und er auch zu ihr. Aus zwei
Fremden wird ein Paar - so ungewöhnlich wie unberechenbar...
LESETIPPS DER STIFTUNG LESEN
Mark Haddon
Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone
Goldmann Verlag, München 2005, 282 S., € 8,95
Der junge Christopher Boone ist Autist und daher ein Genius auf dem Gebiet der Wissenschaften. In zwischenmenschlichen Beziehungen allerdings begleitet ihn stets eine gewisse Befremdlichkeit. Seit dem Tod seiner Mutter entzieht sich der Junge mehr und mehr der Außenwelt, bis er eines Tages die Leiche des toten Katers Wellingtons auffindet und sich die Aufklärung des Mordes zur Aufgabe macht. Je mehr Nachforschungen Christopher anstellt, desto mehr Zusammenhänge entdeckt er zwischen sich selbst und dem Tod des Katers.
Rudolph Delson
Die Notwendigkeit des Zufalls in Fragen der Liebe
Nagel & Kimche, Zürich, 2007, 388 S., € 21,50
Die smarte Karriere orientierte mitzwanzigerin Jennica Green hat sich grade entschieden eine 600 $ Katze zu kaufen, um der Einsamkeit etwas entgegen zu wirken, als sie eine Begegnung mit dem mehr oder weniger erfolglosen Komponisten Maynard Gogarty hat, die das Leben beider Verändert. Bei dem nahezu zufälligen Zusammentreffen in einer New Yorker U-Bahn spielt das Auslösen der Notbremse eine wichtige Rolle und steht sinnbildlich für das ungewöhnliche Paar. Eine untypische Liebeskomödie die sich neben der Romanze kritisch mit dem amerikanischen Umgang des 11. September 2001 auseinander setzt.